Der Stromzähler – Teil 1

Heute ist die Materie zugegeben etwas trocken, aber Energie in Form von elektrischem Strom benötigt unser modernes Leben – auch das mobile – einfach immer. Licht, Heizung, Wasserpumpe, Kühlschrank, Computer, Kamera, Smartphone wollen versorgt und gefüttert sein. Die Stromquellen, also Oskis Batterien haben einen begrenzten Vorrat an Strom und sollten, da sie AGM-Batterien sind, nicht unter 50 % entladen werden. Wenn man informiert ist, was genau verbraucht wird und was wieder reinkommt, ist es besser möglich eine Art Routine für den Umgang mit der Energie zu entwickeln.

Die eingebauten Bedienpanels für die Bordelektrik werden in Camperkreisen zu recht als „Schätzeisen“ bezeichnet. Zumeist geben rote, gelbe und grüne LED den Ladezustand der Batterien wieder. Das bei Oski verbaute CBE-Panel neuester Generation hat im Vergleich zu älteren Geräten zwar einige LED mehr und daher eine theoretisch genauere Anzeige – aber wir wollen definitiv einem echten Präzisionsgerät vertrauen und über den Batteriestatus bestens informiert sein.

Das Victron BMV-700 ist ein präzises und komfortables Gerät, das Ladezustand, Spannung, Momentanverbrauch, Ladestrom und die Historie all dieser Werte anzeigen kann. Das Gerät sendet die Daten ausserdem mittels einem kleinen Sender als Bluetooth-Signal an ein Smartphone oder Tablet, was das Ablesen der Daten auf einen Blick ermöglicht. Klingt gut. Gekauft!

Jetzt muss das Teil irgendwo in Oskis Innenraum montiert werden. Schön wäre eine direkte Nachbarschaft zu anderen Technikgeräten im Bereich über der Schiebetür. Bei Clever sitzen die Heizung und das Panel in diesem Bereich in einer Kunststoffverkleidung. Deren Demontage wäre sehr aufwendig aber beim BMV-700 notwendig, da die Anzeige von hinten verschraubt wird. Auch die verfügbare Tiefe hinter der Verkleidung ist nicht üppig, da in diesem Bereich die Schiene der Schiebetür verläuft. Also vergessen wir das…

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Rechts der Bereich über der Schiebetür, der nicht wirklich passt. Der Ausschnitt für den BMV ist schon angezeichnet.

Die Holzverkleidung des Staufachs über dem Führerhaus bietet einen gut zu erreichenden und gerade noch im Blickfeld der Bordtechnik liegenden Platz. Eingriff und damit das Verschrauben von hinten ist gut möglich. Somit ist die Entscheidung klar: Hier wird der Bohrer angesetzt! Genauen Standort bestimmt, Kreis angezeichnet, Löcher kreisförmig gebohrt (jaa, ist jetzt nicht handwerklich supersauber), Ecken und Kanten mit dem Holzfräser beseitigt, passt!

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Aus einem Verpackungsteil mit etwas Klebeband wird ein Bohrstaubfänger. Geniale Idee, nur zwischen Verkleidung und Fahrerhaus rieselte es dann doch…
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Für die hemdsärmlige Art, in der das Loch entstanden ist, wurde es doch ganz ordentlich. Aus dem Loch schauen Bluetooth- und Datenkabel heraus. Letzteres ist 5 Meter lang und der Einbauort des BMV somit sehr flexibel.

Eine wichtige Komponente für die Strommessung ist der sog. Mess-Shunt, ein mit einer 500 Ampére Sicherung ausgestattetes, massives Messingteil, welches mit seinen 10 mm-Gewinden als Stromanschluss auf den Schwachstromer mal so richtig Eindruck macht. Der Shunt macht die eigentliche Messung und gibt die Werte via Datenkabel an den BMV.

Im 2. Teil geht es um den Anschluss des Shunt und (hoffentlich) die Inbetriebnahme.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Kai sagt:

    Hallo Jens,

    auch auf diesem Weg noch ein gutes neues Jahr! Schöne Touren, keine Probleme und immer was zu schrauben. 🙂

    Sehr informativer Bericht, vielen Dank. Bist ja ein echter Stromschrauber. Toll! Hab zwar von den Bauteilen schon gelesen, was Strom angeht, bin ich jedoch ein absoluter Unprofi und trau mich da auch nicht dran. Auch wenn ein Batteriecomputer natürlich eine sinnvolle Sache ist.
    Ich muss dann halt einfach mehr fahren um die Batterien auch mit Sicherheit in einem gesunden Zustand zu halten. Oder auf Sonne hoffen.

    Frohes Schrauben und gutes Gelingen!

    Viele Grüsse
    Kai

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    1. vanamericana sagt:

      Danke Kai!
      Ja beim Strom weiss ich gern was drin liegt. Für den normalen Europaeinsatz würde ich wohl aber weniger Aufwand betreiben.
      Heute wurden die Kabel von den Geräten in die Elektrozentrale gezogen. Was für ne Fummelei…
      Grüsse
      Jens

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