Ferien im Hotel Oski – Teil 1

8 Alpenpässe, 4 Länder, 3 Übernachtungen auf dem Mörtbauerhof, 6 Übernachtungen im Hotel Oski, knapp 1700 Kilometer Strecke – die erste längere Tour mit Oski führte durch Südtirol, Österreich bis an die Slowenische Adriaküste. Immer auf der Suche nach der Sonne in der unbeständigsten Maiwoche.

Endlich mal so richtig im Reisemodus mit Sack und Pack, Radträger mit zwei E-Bikes auf der Kupplung, Wassertank 3/4 voll, starteten wir die Tour am 11. Mai. Von Chur zur Autoverladung am Vereinatunnel gab es noch keine Auffälligkeiten und eine flüssige Fahrt. Beim Auffahren auf den Autozug wurde es recht eng, weil ein Sattelzug auf dem Auffahrwagen den Winkel doch recht verkürzte. Auf dem Zug wurden die Aussenspiegel eingeklappt, nicht wirklich nötig, aber beruhigend.

Die knapp 20 Minuten durch den Tunnel waren mit Oski so komfortabel wie nie zuvor. Mal schnell an den Kühlschrank was trinken und ein Brot machen, keine Sache…

Als erste Bergprüfung war der Ofenpass an der Reihe. Die zusätzlichen Kilos drücken etwas auf’s Temperament, bringen aber auch mehr Komfort an der Hinterachse – die Fahrräder stören nicht. Bergauf alles gut. Nach der Passhöhe führt die Strasse teilweise recht steil ins Münstertal. Die Bremswirkung des Motors reicht bei weitem nicht um die Talfahrt mit wenig Bremsgebrauch anzugehen. Dementsprechend ist man bergab oftmals langsamer als bergauf unterwegs. Man stellt sich darauf ein.

Die Fahrt durch das Vinschgau war geprägt durch Fahren in der Kolonne. Wie leider so oft, bestimmt das langsamste Fahrzeug – in diesem Fall ein anderes Wohnmobil – das Bummeltempo des nachfolgenden Verkehrs und Überholen ist im ganzen Vinschgau fast nicht möglich. Kurz vor Meran hatte die Schleicherei ein Ende und durchs Kleinstadtgetümmel gings zum städtischen Campingplatz.

Der Camping Meran liegt nahe der Innenstadt zwischen Pferderennbahn und Wohngebiet. Am frühen Nachmittag fanden wir noch einen Platz, kurz darauf war dann alles belegt, passte also grad so. Der Platz ist ruhig und recht nett angelegt. Es gibt ein Schwimmbecken und recht neue, saubere Sanitäranlagen. Für eine Übernachtung mit zwei Personen und Oski + Kurtaxe waren € 42.30 fällig. Durchaus ein stolzer Preis, für die Lage aber noch angemessen.

Nach 10 Minuten Fussmarsch waren wir kurz nach Ankunft schon an der Passer-Brücke  in die Innenstadt. Meran wird hier seinem Ruf als sehenswerte Kurstadt absolut gerecht und bietet schöne Promenaden, eine hübsche Altstadt, viele Parks und nette Einkehrmöglichkeiten. Nach einem ausgedehneten Rundgang, einigen Einkäufen kehrten wir zum Camping zurück um kurz darauf durch den Stadtpark nochmals in die Innenstadt zu laiufen – das Abendessen war fällig.

Das Gasthaus, das wir aus früheren Besuchen in guter Erinnerung hatten war leider (für immer?) geschlossen, so besuchten wir das Restaurant der Forst-Brauerei, welches einen etwas zwiespältigen geschmacklichen Eindruck hinterliess. Teilweise lecker, teilweise schwach.

Die Nacht auf dem Camping war ruhig und wir konnte das Frühstück am draussen eingehängten Wohnzimmertisch geniessen.

12. Mai: Heute war der Plan, das Würzjoch, einen eher unbekannten Pass in den Dolomiten, zu befahren. Dort gibt es genügend Parkplätze, eine schöne Landschaft und – nicht unwichtig – ein gutes Berggasthaus, das Ütia da Börz. Die Strecke vom Eisacktal auf den Pass war nicht ohne. Sehr kurvig, meist einspurig, oft mit schlechter Fahrbahn teilweise recht steil und mit einigen Engstellen versehen, war das Würzjoch sowas wie ein erster Test für zukünftige Strassenverhältnisse, wie sie möglicherweise in Südamerika zu finden sind. Für breitere und längere Wohnmobile erscheint der Pass zumindest auf der Westseite ungeeignet. Praktisch der ganze (wenige) Gegenverkehr bestand aus Motorradfahrern.

Das Wetter verschlechterte sich leider zur Passhöhe hin und kurz nach Ankunft goss es in Strömen. Für die gedachten Outdooraktivitäten leider ungünstig und angesichts des frühen Nachmittags war es zum Übernachten definitiv zu früh. Die Suppe und der Apfelstrudel im Gasthaus waren lecker und das Ambiente sehr liebevoll. Wir behalten das Würzjoch im Auge, sollten wir mal wieder in der Gegend sein.

Als Übernachtungsalternative kam der Parkplatz am Pragser Wildsee in Frage, nachdem der Touristenort St. Vigil aussah, als seien alle Bewohner evakuiert worden – hier war Nebensaison, alles zu. Ein gutes Stück war also noch zu fahren und die zweite Bergüberquerung, der Furkelpass stand uns bevor. Auch hier eine enge, teilweise einspurige Strasse durch einige Weiler, Wiesen und Wald, bis die unspektakuläre Passhöhe erreicht war und kurz darauf in einigen Kehren hinunter nach Olang im Pustertal. Dann einige Kilometer auf der immer gut befahrenen SS49 nach Osten und bald schon bogen wir rechts ab zum Pragser Wildsee. Hier gibt es auf den Parkplätzen die Möglichkeit, mit dem Mobil gegen eine Gebühr von 6 Euro zu übernachten. Dafür gibt es einen ruhigen Stellplatz und sonst nichts. Das WC war abgeschlossen. So ein Unsinn, wenn Camper, die keine Toilette an Bord haben gezwungen sind, ihre „Geschäfte“ im Wald zu verrichten. Auch unsinnig – zumindest aus unserer Sicht – die Öffnungszeiten der Restauration des Hotels am See: Restaurant bis 15 Uhr, Cafe bis 19 Uhr. Im improvisiert wirkenden Cafe mit Selbstbedienung war denn ein Schinken-Käse -Toast neben etwas Kuchen und Süssgebäck das höchste der kulinarischen Gefühle. Für uns wirkte das insgesamt recht lustlos – die Touristen kommen ja eh zum wildromantischen See…

 

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