Curtginatsch – Zottl und Oski on Tour

Was passiert, wenn sich zwei Kastenwagen und ihre Fahrer in den Graubündner Bergen treffen? Richtig geraten – es wird ein geniales Erlebnis!

Kai von TravelCampingLiving hatte ich Ende 2017 über’s WWW kennengelernt. Er war wohl einer der ersten Besucher auf diesen Seiten. Zwei, drei Mails, ein kurzes Treffen – wir haben gemerkt, dass die Chemie stimmt, was bei mehreren gemeinsamen Interessen – Kastenwagen, Drohnen, Videos, Fotos auch nicht weiter verwundert…

Kai hat zwar eine kürze Campinggeschichte als ich, aber er hat seit Herbst 2017 so richtig Gas gegeben mit seinem Kasten namens Zottl und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Ja, der Zottl ist für ihn schon fast ein Alltagsbegleiter. Gibt es mal eine Woche bei ihm ohne Tour? Ich glaube nicht…

Im Juli fanden wir endlich mal einen Termin für einen kleinen Ausflug. Kai hatte mehr Zeit zur Verfügung, also besuchte er mich und holte mich sozusagen von der Arbeit ab. Vorab hatte ich ihm eine nette Bergtour versprochen, und da er für einsame Plätze abseits ausgetretener Pfade ein Schwäche hat, suchte ich einen der allerhintersten Winkel im Kanton für uns aus: Ein Parkplatz am Ende einer Alpstrasse auf 2340 Metern über Normal Null. Curtginatsch heisst das Hochtal und ich kannte es noch so halb von einem Besuch einige Jahre zuvor. Der Weg dorthin hat es in sich: Für einen Kastenwagen nenne ich es mal eher ungewohntes Terrain, für ein grösseres Wohnmobil schlicht nicht machbar, die Strecke – also ganz nach unserem Geschmack.

Nun wollten wir uns an dem witterungsbedingt etwas feuchten Nachmittag nicht einfach nur auf den Berg stellen, sondern zuvor auch noch etwas erleben. Also rein in die Kästen und bis ins Avers, ein weiteres Hochtal, gefahren. Kurz nach Taleingang stellten wir Oski ab und ich wechselte auf wohl einen der berühmtesten und normal von einem Bär belegten Kastenwagenbeifahrersitze (gibt’s das Wort?). Mit Zottl ging die Fahrt durch die rauhe, wolkenverhangene Landschaft bis nach Juf, das auf 2126 Metern gelegene höchste ganzjährig bewohnte Dorf der Schweiz (…oder gar der Alpen?).

Kurzer Fotostop, und dann rollten wir wieder in Richtung Parkplatz hinunter, um kurz darauf Oski zu entern. Diesmal war Kai der Beifahrer und konnte die Fahrt ins Valle di Lei mal in einem Clever Runner chauffiert geniessen. Im Tal gibt es eine beeindruckende Staumauer, die auf Schweizer Boden steht. Der aufgestaute See befindet sich, wie die umliegende Landschaft auch, bereits in Italien. Die Grenze am Seeufer ist nur durch einen unauffälligen Stein markiert und somit sind Landeswechsel und Schmuggel hier recht einfach möglich. So richtig nach Italien zu kommen, das erfordert dann allerdings doch einen mehrstündigen Marsch über steile Berghänge…

 

Nach dem kleinen Grenzübertritt, und einem Kaffee im Zottl war nun das eigentliche Ziel des Tages angesagt. Also raus aus dem Avers und hinunter ins Schams, das Tal, von wo wir die Strasse auf den Berg in Angriff nahmen. Von 900 m auf 2340, das ist eine ordentliche Höhendifferenz. Die Strasse auf dem Schamserberg, so heisst das Gebiet unterhalb des Hochtals, steigt stetig in weiten Schleifen und nicht allzu steil, so dass beide Kästen ohne grosse Mühe die Höhenmeter bis zur Alpstrasse absolvierten. Auf knapp 1500 m zweigt diese schliesslich von der Hauptstrasse ab und nach Zahlung von 10 CHF Tagesgebühr geht es auf gut ausgebauter Trasse nun deutlich steiler bergauf. Bei der Alpsiedlung Dumagns endet das neue Asphaltband und weicht einer etwas älteren, holprigeren und schmaleren Version. Oberhalb der Siedlung kommen wir zum ersten mal in wirklich steiles Gelände, das schon manch ungewohntem PKW-Fahrer den Schweiss auf die Stirn treiben würde. Und wir fahren mit den auf einmal doch recht grossen Autos zwischen Felswand und Abgrund durch. Saugeil…(sorry das passt hier einfach am besten) und durchaus Adrenalin fördernd 🙂

Weiter oben auf über 2000 Metern weitet sich die Landschaft wieder – der Wald ist schon weiter unten einer Graslandschaft gewichen. Wir kurven hier wieder etwas weniger angespannt durch die Wiesen – bis ein Weiderost das Ende der befestigten Strasse ankündigt. Jetzt fahren wir auf Schotterpiste, garniert mit Ablaufrinnen, den letzten Kilometer. Und der hat nochmal so richtig Spass gemacht!

 

Oben auf dem Parkplatz ist nix los und wir können unsere Kästen leicht schräg abstellen. Kurzer Rundgang in der wolkenverhangenen Berglandschaft und so langsam meldete sich der Magen, schliesslich war es doch schon früher Abend…

Das weitgereiste Weltenburger Dunkel von unserer Deutschlandtour war ein standesgemässes Getränk zum ersten Anstossen. Dann ging’s an die Vorbereitungen für das leibliche Wohl. Kai heizte den Grill an, ich übernahm den Part in der Küche. Tja, wer sich nicht wehrt, landet am Herd. 🙂 Der wieder einsetzende Regen machte das Grillen draussen zu einer nassen Aktion. Sakrament nochmal, Petrus hatte aber auch gar kein Einsehen und Kai wurde seiner Rolle als Regenmacher in dem doch eigentlich so trockenen Sommer mehr als gerecht. Trotzdem, das Menü aus einigen Hühnern, einem halben Rind und ebensolchem Gemüsegarten mundete vorzüglich, was nicht nur an den ausgehungerten Mägen und der Höhenluft lag. Einige Flaschen und Gläser wurden später noch geleert und wir begaben uns zufrieden in die Gemächer. Netter Abend gewesen…

 

Die überaus ruhige Nacht wurde sonntags gegen acht Uhr von einigen Wanderern beendet, die ihre Autos abstellten und miteinander diskutierten. Frisch war sie gewesen, die Nacht – dank Heizung aber nur draussen. Und am Morgen war der Drohnenflug noch vor dem ersten Kaffee auch ein kühles Erlebnis. Kai wurde erst vom Drohnengesumme wach, nachdem ich einige Runden über Zottl flog. Dann gab’s Frühstück mit „Solarkaffee“ und unsere Hummeln durften nochmals einige Runden in der spektakulären Landschaft absolvieren.

Kurz nach Mittag machten wir uns an den Abstieg. Anfangs begleitet von den Drohnen – schliesslich bewegt man sich ja nicht so oft an solchen Locations…

 

Fazit: Wow, was ein kurzer und doch abenteuerlicher und witziger Trip von zwei zumindest leicht verrückten Kastenwagenfahrern in die Bündner Pampa.

Ich würde sagen, es soll nicht der letzte sein…

 

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. athenmosaik sagt:

    Ich will mehr Abenteuer von Oski und Zottl lesen!!!

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    1. vanamericana sagt:

      Na, dann müssen wir doch noch mal eine Tour machen 😉 Wir haben da schon was in Planung…

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  2. Roger Zimmermann sagt:

    Cooler Film von euch zwei Kawa Freaks. Freue mich auf
    nächstes Jahr dann wird unsere Kiste ausgeliefert.

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    1. vanamericana sagt:

      Freut mich, dass es dir gefallen hat! Wünsche dir weiterhin viel Vorfreude 😉

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  3. Jutta paus sagt:

    Danke an Zottl,Oski,Kai und dir Jens für diese
    wunderschönen Aufnahmen

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    1. vanamericana sagt:

      Danke für die positive Rückmeldung!

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