Oberschwäbisches Dreierlei

Ist ja wieder mal typisch: Zusammen frei und was ist vom Wetterbericht angekündigt? Genau – eine Kaltfront! Gefühlt haben wir seit Anfang Juli immer zwischen 30 und 40 Grad, aber wenn dann mal grundsätzlich alles passt, dann spielt Petrus nicht mit und gibt sich miesepetrig. Doch als Wohnmobilist ist man ja eben so flexibel und ändert das angedachte Reiseziel in eines, das Schlechtwetter eher verträgt. Also Stadt statt Berg, Oberschwaben statt Alpen. Kontrastprogramm lässt grüssen.

Ravensburg hatten wir in den vergangenen Jahren schon besucht und „Das machen wir dann mal mit den Mobil“ jedes Mal gesagt. Also war das Ziel klar: Die knapp 140 km von daheim lassen sich an einem Nachmittag locker machen und der dortige Stellplatz ist innenstadtnah und hat gute Bewertungen. Gesagt, getan – rein in den Oski, rauf auf die Rheintalautobahn, stressfrei durch den Pfändertunnel an Bregenz vorbei und in Deutschland auch wieder schnell von der Autobahn runter. Noch ein Stück durch Wald, Wiesen, Felder und kleine Dörfer, war Ravensburg schnell erreicht. Die Kaltfront war hier zu einem schmalen Regenband geschrumpft, welches schnell durchfahren war.

Die Stadt hat im Krieg nur wenige Zerstörungen erlitten und die 70er Jahre richteten auch kaum Unheil an. Entsprechend schmuck präsentiert sich die Altstadt und zeigt ein ruhiges, gepflegtes Ambiente mit netten Geschäften und grosszügigen Plätzen,  hübschen Gassen und entspannten Leuten. Nach etwas Shopping kehrten wir auf einer der vielen Terrassen ein und gönnten uns im Kupferle zum einen hiesige Hausmannskost, nämlich „Schwäbisches Dreierlei“ und zum anderen etwas Exotischeres. Ersteres war top, während das Surf & Turf nur gut aussah. Es war ok, aber nicht mehr…

Noch was Süsses gefällig? Die Eisdiele gegenüber versprach einige kalte Köstlichkeiten. War lecker aber nicht umwerfend, also beim nächsten Italiener nochmals ein Gelato: Mhhh, doch etwas besser. Ein drittes sparten wir uns und spazierten noch eine Runde durch die abendliche Altstadt. Und nun? Für Oski war es noch etwas früh, da kam das Kino vor uns gerade recht. Mal schauen, was läuft… „Sauerkrautkoma“, na wenn das nicht witzig klingt. In der Tat waren die Abenteuer des bayerischen Dorfpolizisten Eberhofer für manchen Lacher gut – wir haben uns amüsiert.

Nach ruhiger Nacht, in der wir nur durch einige kräftige Schauer kurz geweckt wurden, und dem Frühstück wollten wir noch weitere Ziele in Oberschwaben ansteuern. Nämlich Bad Buchau und den Federsee. Zuvor stattete ich noch dem TÜV einen Besuch ab: Oski sollte endlich mal eine Umweltplakette bekommen, um in die einschlägigen Städte einfahren zu dürfen. Nun klebt nach einiger Warterei eine Euro 4 Plakette am Auto mit Euro 6 Motor – deutsche Bürokratie muss man nicht verstehen.

Bad Buchau und der angrenzende Federsee sind ungefähr 40 Kliometer in nördlicher Richtung von Ravensburg entfernt. Die Route ist idyllisch und abwechslungsreich. Um den Federsee ändert sich die Landschaft etwas und hat eine gewisse Weite. Der Federsee liegt auf einer Art Hochebene und ist Südwestdeutschlands grösstes Moorgebiet. Das ursprüngliche Seebecken war einmal weitaus grösser und gehört mit seinen Siedlungsresten heute zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten.

Vom See selbst sieht man zuerst einmal gar nichts. Wer einen Blick auf das seichte, von einem dichten Schilfgürtel umgebene Gewässer werfen möchte, darf nach Entrichtung eines Obolus von EUR 2.50 auf den Federseesteg und eineinhalb Kilometer Fussmarsch in Angriff nehmen. Angesichts des Unterhaltsaufwandes am Steg und den zugehörigen Bauten erscheint der Eintritt absolut gerechtfertigt. Man bekommt Natur pur und eine eindrücklich-beruhigende Landschaft. Vom Ende des Steges aus sieht man dann den See und unzählige Fische und Vögel. Uns hat es gefallen.

Zurück am Eingang zum Steg checken wir mal den Stellplatz ab. In Bad Buchau gibt es deren drei und der dem See am nächsten gelegene bietet zwar den wenigsten „Komfort“ aber wahrscheinlich die ruhigste Nacht und die schönste Umgebung. Bad Buchau selbst ist ein hübscher kleiner Ort. Es gibt eine Therme, einen netten Ortskern mit allem was man braucht – also Läden, Wirtschaften und Cafés. Auch zahlreiche Rad- und Fusswege enden oder beginnen hier. Das passt.

Und was ist das Fazit der kurzen Tour? Ganz einfach, „Das machen wir dann mal mit den Mobil“. Kennen wir doch…und dank Oski gibt es keinen Grund, dies nicht auch in Bad Buchau mal in die Tat umzusetzen 🙂

 

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. athenmosaik sagt:

    Heimweh macht sich bemerkbar, wenn ich diese Zeilen lese, weil ich doch eigentlich Schwäbin bin und nun in weiter Ferne lebe ohne das feine schwäbische Dreierlei…

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    1. vanamericana sagt:

      Oje, das wollte ich nicht…
      Na, die griechische Küche hat ja zu Glück auch allerhand Leckereien zu bieten 😉

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      1. athenmosaik sagt:

        Ach und ich habe ja auch meine Spätzlespresse aus der Heimat mitgebracht, wenn mich die Sehnsucht packt…

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      2. vanamericana sagt:

        Vielleicht die einzige in Griechenland!? 😉

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