Januartour Teil 1: Minusgrade im Albulatal

Der Januar 2019 präsentiert sich winterlich. Der grosse Schnee kam in der zweiten Jahreswoche und blieb auch im Talboden. In der vorletzten Januarwoche waren besonders die Nächte sehr kalt. Schnee, Kälte – ideale Voraussetzungen für einen echten Wintertrip in die Berge.

Mit Kai hatte ich das Wochenende schon länger im Auge gehabt. Wir wollten die Autos mal ernsthaft mit Winter und Kälte konfrontieren. Kurzfristig gesellte sich noch ein weiterer Kastenfahrer, Silvio, dazu. Somit schon ein regelrechter Kastenwagenkonvoi, der sich am Freitagnachmittag in Chur auf den Weg machte. Schattige Alpentäler sind eine Garantie für tiefe Temperaturen in klaren Nächten – kalte Luft ist ja bekanntlich schwerer als warme und sammelt sich dann gern unten im Tal. Somit hiess das aus mehreren Kandidaten ausgewählte Ziel Albulatal, genauer zwischen Alvaneu-Bad und Filisur. Dort gibt es einen gut erreichbaren Parkplatz für Besucher des Landwasserviadukts. Zwar nah an der Kantonsstrasse, aber nachts dennoch ruhig. Zudem kostenfrei und ohne Verbotstafeln.

Nach einer knappen Stunde erreichten wir über Lenzerheide und Tiefencastel den Platz und dieser bot unseren drei Autos gerade so genügend Raum zum Stehen. Das Thermometer sagte -8° – willkommen in der Kältekammer. Trotz frischer Temperatur: Ein Besuch des Viadukts muss sein, ist es doch in seiner Bauweise und Anordnung einzgartig und nicht zuletzt deswegen weltweit bekannt – nicht nur bei Eisenbahnfreaks. Also warm eingepackt und auf zur Brücke – der Weg ist auch im Winter meist begehbar und nur 15 Kai-freundliche Wanderminuten lang. Die 65 m hohe Brücke wirkt besonders von unten beeindruckend-elegant und lässt wohl jeden staunen. Fotos, Videos, Drohnenaufnahmen folgten und dann ging es zurück. Mit Silvio erwanderte ich noch die Aussichtsplattform. Von dort aus kommen die klassischen bekannten Bilder der Brücke.

Kälte macht hungrig, vor dem leiblichen Wohl liegt aber noch die Zubereitung und diese verteilten wir auf drei Küchen: Silvio bereitete das Gemüse, Kai brutzelte die Bratwürste, Jens war für den Risotto verantwortlich. Alles gelang vorzüglich und Oskis Esszimmer beherbergte zum ersten Mal drei Personen – dank dem geräumigen Ausdrehteil des Tisches kein Problem. Das folgende Abwaschen übernahm dankenswerterweise Silvio. Seine Curly hatte als einziger Kasten noch fliessendes Wasser. Bei Zottl und Oski waren die Leitungen bei mittlerweile minus 14°C eingefroren. So kommt man elegant um die Hausarbeit herum…

Der weitere Abend in geselliger Runde verlief lustig und verschiedene Wässerchen wollten auch probiert sein. Kurz nach zwei waren dann doch alle müde und ein ruhige Nacht folgte.

Samstagmorgen 8 Uhr: Auf dem Parkplatz waren Geräusche zu vernehmen und angesichts der schönen Lichtstimmung entschloss ich mich, doch schon aufzustehen. Schnell den vorbeiteten Omnia-Zopf aus dem Kühlschrank auf den Gasbrenner und dann raus zum Drohnenflug. Kai und Silvio waren dann auch wach. Ein weiterer kurzer Spaziergang zum Viadukt an diesem schönen Wintermorgen war quasi Pflicht, sahen aber nicht alle so 😉 Es folgt das ausgiebige Frühstück mit dem so halb gelungenen Zopf.

Anschliessend stand die Erkundung des Albulatals auf dem Programm. Mit Oski ging die Fahrt zum Bellaluna, dann nach Bergün und ein Stück ins Val Tuors. Jetzt im Winter stehen nicht viele alternative Übernachtungsflächen zur Verfügung, die meisten Park- oder Holzverladungsplätze sind nicht geräumt. Campingplätze geschlossen. Ein, zwei in Frage kommende Stellen fanden wir dann doch, bevor wir wieder talabwärts rollten.

Vom Parkplatz aus führte die Reise dann weiter hinunter nach Thusis zum kurzen Einkaufsstopp, bevor es im zweiten Teil dieser Geschichte richtig hoch geht…

 

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Kai sagt:

    Hallo Jens,
    liest sich sehr schön! Danke für den schönen Blog.
    „15 Kai-freundliche Wanderminuten“….der ist gut..oh man…:). Eine neue Zeitrechnung! 🙂
    War in der Tat ein lustiger Abend, man hab ich beim Video schneiden und immer wieder anschauen lachen müssen. Hat wieder alles gepasst auf der Tour!
    Bis bald mal wieder.
    Viele Grüsse.
    Kai

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    1. vanamericana sagt:

      Danke, Kai. Geht mir auch so beim Schneiden – man kommt nicht voran mit dem Dauerlachen. Und dann sind mein Videos wegen mehr Wanderei auch noch länger…
      Grüsse, Jens

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  2. Jutta sagt:

    Hallo Jens
    Landschaftlich wieder mal ein Knaller bin immer beeindruckt wie genau du die Orte und das Drumherum kennst.
    Das Viadukt ist das was man in Hamburg in der Miniatur Welt
    nachgebaut hat sehr schön anzusehen.
    Was währe wenn du nächstes dein Schlitten 🛷 für Kai mitnehmen
    würdest dann braucht er nicht zu laufen 😉
    Grüße Jutta

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    1. vanamericana sagt:

      Danke für den netten Kommentar, Jutta. Etwas Basiswissen über die Gegend schadet nie, ich lebe ja auch schon 18 Jahre hier in der Region…
      Ja die kleine Version der Brücke im Miwula ist mir auch aufgefallen :-).
      Schlitten: Oder ich hock mich drauf, dann ist es Krafttraining und nicht Laufen für ihn, haha.
      Grüsse, Jens

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