Bella Italia 5: Chianti und Cinquecento

Wir erinnern uns: Oski steht noch auf dem Parkplatz in San Gimignano. Aber übernachten wollen wir hier wegen eines bevorstehenden Termin in Florenz nicht. Lieber noch einige Kilometer durch die Toskana und dann in der Nähe von Firenze den Abend und die Nacht verbringen. Wir entscheiden uns nicht für einen überteuerten und lauten Stellplatz in der Grossstadt, sondern nehmen einen kostenlosen und eher ruhigen Kleinstadtplatz. Diesen finden wir dank Park4Night im Städchten Greve in Chianti. Greve liegt nur 25 Kilometer vom Termin weg – passt! Und nach Greve sind es um die 45 Kilometer, kalkulieren wir also mal anderthalb spassige Toskanastunden ein. Oski nimmt eine Kurve um die andere, wir kommen durch kleine Dörfer, vorbei an Weinreben und Olivenhainen, das Wetter ist leider eher grau mit nur gelegentlichem Blau in der Wolkendecke und auch immer mal leicht feucht von oben. Nix fürs Auge, aber doch recht gut zum Fahren. So treffen wir dann schliesslich am frühen Abend in Greve ein. Der Stellplatz ist schon mit einigen Wohnmobilen belegt, aber wir finden einen ordentlichen Platz für Oski. Wiederum sind es einige Minuten zu Fuss in das Ortszentrum. Greve ist nicht touristisch geprägt und wirkt etwas verschlafen aber authentisch. Der zentrale Platz ist gesäumt von Häusern mit Laubengängen und bietet eine Reihe von Geschäften und Restaurants. In einer Weinhandlung erstehen wir zwei der typischen Chiantiflaschen. Wäre der Verkäufer nicht so lustlos-desinteressiert hinter dem Tresen gesessen, wer weiss, wir hätten angesichts der riesigen Auswahl vielleicht noch eine gute Flasche mehr gekauft. Draussen „We ship worldwide“ und „wine tasting“ dranschreiben und drinnen den A..h nicht hochbekommen, schade so holt man uns nicht ab. So begeben wir uns vom Stadtrundgang zurück zu Oski und verbringen den Abend mit Sprachkurs und Daten verschieben.

Am Dienstag ist ein Jubeltag. Alice hat was zu feiern und bekommt ein besonderes Geschenk: Eine Fahrt mit ihrem Lieblingsauto in standesgemässer Umgebung. Was könnte besser passen für einen Fiat Cinquecento als eine Tour durch die Toskana? Und so treffen wir am frühen Mittag in einem Vorort von Florenz an der Einfahrt einer Villa ein und erfreuen uns am alten Blech: Unser Fiat hat Baujahr 1964 und damit ist klar, dass es heute keine normale Autofahrt wird. Keine 3 Meter lang, keine 500 kg schwer, dafür 2 Zylinder im Heck und knapp 500 Kubik. Eben ein Cinquecento. Früher habe ich die als Elefantenrollschuh kennengelernt…

Wir werden von Guide instruiert, wie mit dem leichten Gerät zu verfahren ist, dann heisst es platznehmen und auf dem Villengelände den Wagen kennenlernen. Ein weiteres Pärchen aus Chicago ist mit dabei und nachdem wir die Autos im Griff haben, geht es raus in die reale Verkehrswelt. Wow, wie breit die Strassen der Toskana plötzlich sind und wie gross erst die anderen Autos! Der Tacho schwankt zwischen 0 und 90, dritter Gang und real vielleicht 50 Stundenkilomter wirken…rasant…

Wir kurven durch die schöne Region, fahren durch die Chiantihügel, in denen Oski doch recht überdimensioniert wirkte. Macht Spass und Alice freut sich – die Mundwinkel reichen von Ohr zu Ohr.

Es gibt einen Fotostop vor passender Kulisse, Hauptdarsteller immer der pinkfarbene Strassenfloh. Schliesslich, nach gut zwei Stunden, erreichen wir wieder die Villa, nehmen die steile Rampe zum Parkplatz im Ersten und stellen die Schätzchen erst einmal ab. Im Gewölbekeller der Villa gibt es einen Lunch mit einheimischen Produkten. Oliven, Salami, Proschiutto, Formaggi Pane und verschiedene Vini. Hmmm lecker und das zum passenden Zeitpunkt. Wir unterhalten uns mit den Amerikanern und dem Guide über italienisches Flair und ebensolchen Fahrstil und er gibt zu, dass die meisten Autofahrer seines Landes „crazy“ sind. Schmunzelnd denken wir: „Schön umschrieben“. Den Italienern kann man einfach nicht böse sein. 😉 Ein schöner Nachmittag neigt sich dem Ende.

Und wir? Wir brechen wieder einmal auf. Siena heisst das Ziel für heute, und somit fährt Oski auf die Strada Statale in Richtung Süden…

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Joachim H. (johebo) sagt:

    Ja, nehmt den niedlichen cinquecento mit, der passt doch bestimmt durch die Hecktür…

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  2. vanamericana sagt:

    Mit hochgeklappten Betten hätte es vielleicht gepasst…Grüsse, Jens

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