Buenos Aires – die Metropole

Zugegeben, die Einreise in das Land der Gauchos haben wir uns flüssiger vorgestellt. Zwei Stunden Warterei in der stickigen Halle waren nach dem langen Flug nicht das ideale Begrüssungsprozedere. Und dann noch die ausgiebige Taxifahrt…wahrscheinlich doppelt so lang, wie normal. Auf der Avenida 9. Julio wird demonstriert. Die breiteste Strasse der Welt ist gesperrt. Man kann es sich leicht ausmalen, was läuft, oder eben nicht läuft, wenn die Hauptachse dicht ist. Aber irgendwann, nach nochmals bald zwei Stunden schaffen wir es zum Hotel El Conquistador. Einchecken, Zimmer beziehen, frisch machen und ab in die Stadt.

Als Fussgänger kann man die ganze Stadt nicht erkunden, aber zumindest Teile des Zentrums. So schlendern wir auf der Avenida, wo sich die Demo schon aufgelöst hat, in Richtung des Obelisco, dem Wahrzeichen der Stadt. Einige Fotos in guter Touristentradition und dann ab in eine Fussgäbgerzone, oder auch Touristenmeile. Die Läden hier sind eher günstig, um nicht zu sagen billig. Fliegende Geldhändler wollen Pesos gegen Dollar tauschen, deren „Cambio, Cambio“ begleitet uns den ganzen Nachmittag und nervt. Auch sonst ist es laut. Musik, Verkehr, Konversation, das alles gibt einen ordentlichen Geräuschbrei. Nach zei vorzüglichen Kaffees begeben wir uns am frühen Abend ins Restaurant El Estancia. Riesige Grills mit ebensolchen Fleischstücken beeindrucken uns schon von aussen. Das probieren wir doch mal aus. Und tatsächlich genießen wir die wunderbaren Steaks und die reichhaltigen Beilagen in der schönen Atmosphäre des Restaurants. Schliesslich bestaunen wir den Obelisco auf dem Heimweg nochmal im Nachtmodus und fallen dann doch ziemlich kaputt in die Betten.


In den folgenden Tagen erkunden wir die riesige Stadt mit dem Bus und zu Fuss weiter. Wir sehen riesige Kontraste. Arm und reich, hässlich und schön. Verwahrlost und gepflegt. Die Schere zwischen den Extreme geht weit auseinander. Das Stadtzentrum gibt sich annähernd europäisch, die Vorstädte, die Villas, zeigen auch oft das Elend des kleinen Mannes. Einerseits geniessen wir das Leben in einer Weltstadt, aber irgendwie sehnen wir uns auch nach der wahren Reise und unseren rollenden Zuhausen. Wir verlassen Buenos Aires mit gemischten Gefühlen. Was bringt die Reise wohl alles so mit sich? Aber genau deswegen machen wir sie auch, wir wollen nicht nur die schönsten Seiten sehen, sondern auch die hässlichen.

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