Difunta Correa und Valle de la Luna

Wir steuern von Mendoza in Richtung Norden. Trocken ist es hier, östlich der Anden. Die Gegend zunehmend wüstenartig abseits der bewässerten Felder. Sand, Geröll und spärliche Vegetation. Die auf 37 ° C steigende Temperatur passt da voll ins Bild. Südlich eines Gebirgszuges biegen wir von der Ruta 40 auf die 141 nach Osten ab und erreichen einen in Argentinien berühmten Pilgerort, der aber nicht religiösen Ursprungs ist: Vallecito.

Hier ist alles auf die Pilger ausgerichtet, aber gerade nichts los. Somit können wir uns das ungewohnte, in unseren Augen skurille Sammelsurium aus Autokennzeichen, kleinen Schreinen, leeren Wasserflaschen in Ruhe ansehen. Zur Erklärung bemühe ich Wikipedia…

„Als sich María Antonia Deolinda y Correa 1841 mit ihrem Säugling in die Wüste begab, herrschte in Argentinien Bürgerkrieg. Kurz nach ihrer Entbindung war ihr Mann von der Montonera, das waren föderale Freischärler im Bürgerkrieg gegen die unitarischen Regierungstruppen, verschleppt worden. In ihrer Verzweiflung wollte sie dem Verschleppten durch die Wüste folgen und zog los. Tage später fand eine Gruppe von Maultiertreibern die Correa tot in der Wüste. Das Kind hatte wie durch ein Wunder überlebt. Dank der Muttermilch war es nicht verdurstet.

Der Leichnam der Mutter wurde von den Gauchos(argentinische Kuhhirten) bei einem nahe gelegenen Hügel begraben. Vor allem LKW-Fahrer verehren sie, da sie die Schutzheilige der Reisenden darstellt. Oft findet man in Argentinien kleine Schreine der Difunta, bei denen die gläubigen Fahrer Halt machen, die alleine durch das große Land reisen.

Die Verehrung der Difunta Correa beruht auf dem Volksglauben und ist ohne kirchliche Anerkennung, was die Argentinier nicht davon abhält, zu Tausenden, an bestimmten Tagen sogar zu Hunderttausenden (z. B. zu Ostern) nach Vallecito zu pilgern und dort Wasserflaschen für die Verdurstete zurückzulassen. María verkörpert in der Legende das ideale Frauenbild: Das einer treuen Frau, die ihrem geliebten Manne folgt, und das der sich aufopfernden Mutter.“

Widmen wir uns nach diesem Exkurs wieder der Landschaft, das Ziel heisst Parque Provincial Ischigualasto und liegt am Rande des Valle de la Luna. Dazwischen viel Wüste, die am Ostabhang der Sierras de Chavez vorübergehend durch eine erstaunlich grüne Landschaft abgelöst wird und dann wieder zur Wüste wird. Nach über 460 Kilometern erreichend wir den erstaunlich gut ausgebauten Stellplatz im Nationalpark und dürfen uns noch über eine wunderbare Abendstimmung freuen.

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