Neuseeland 2017

Von Mitte Januar bis Mitte Februar 2017 bereisten wir dieses Traumziel mit einem Wohnmobil von Wilderness Motorhomes und schlugen dem europäischen Winter ein Schnippchen.

Von Zürich ging es im A 380 nach Singapur, wo wir im Marina Bay Sands Hotel für eine Übernachtung zugegeben etwas über unsere Verhältnisse leben. Aber der Infinity Pool in 200 Metern Höhe musste einfach sein, wenn man schon mal in der Gegend ist…

img_20170115_164851_1Etwas Dekadenz sollte man schon mitbringen, aber der Aufpreis zu einem XY-Flughafenhotel für den StopOver ist nicht so viel höher wie der Erlebnisfaktor. Wir würden es wieder tun.K1600_DSC00059

Am nächsten Abend flogen wir dann nach Christchurch auf der Südinsel. Nach einem Akklimatisationstag – wegen 12 Stunden Zeitverschiebung – konnten wir dann am vierten Reisetag ins Mobil einziehen. Das Fahrzeug war ein Teilintegrierter von Bürstner auf Fiat-Basis – bis auf die Rechtslenkung also nichts ungewöhnliches. Ungewöhnlich für neusseeländische Verhältnisse war der nicht spiegelverkehrte Innenausbau – mit der Folge, dass man durch die Aufbautür zur Strasse hin aussteigen musste und an der Tür durch einen Warnhinweis daran erinnert wurde.

img_20170118_114601Während der folgenden 23 Tage erkundeten wir Süd- und Nordinsel. Wohlwissend, dass wir damit weit unter der empfohlenen Reisedauer für beide Inseln lagen. Alle Hotspots wären aber sicher auch bei mehreren Monaten Aufenthalt im Kiwiland noch nicht abgefahren.

Nachfolgend mal einige Impressionen:

dsc00542Banks Peninsula – Nach einem Tag in Christchurch mit seinen vielen Ruinen, Baustellen und Provisorien gab es das Kontrastprogramm in Akaroa. Hier hat das Erdbeben von 2011 kaum Schäden angerichtet und der gebirgige Charakter des ehemaligen Vulkans ist ein eindruckvoller Kontrast zu den flachen Canterbury Plains rund um die grösste Stadt der Südinsel.

dsc00622Abend in St. Andrews – Auf dem Weg nach Süden geht es oft kilometerlang geradeaus in einer flachen Landschaft. Ausser beeindruckenden Brücken über die aus Westen kommenden breiten Flüsse gab es keine echten Sehenswürdigkeiten. Da kommt einem doch eine schöne Abenddämmerung gerade recht als Fotomotiv…

dsc00718Gelbaugenpinguin in Oamara – Oamara ist eine ganz nette Stadt mit interessanter Architektur, die durchaus ein, zwei Stunden Erkundung lohnt. Ob die drei Stunden Warterei auf die seltenen Pingus lohnen? Ich meine schon…zumal die auf der faulen Haut liegenden Seelöwen auch ihren Teil zur Show beisteuerten.

dsc00798Die steilste Strasse der Welt in Dunedin – Ja die Baldwin Street ist wirklich steil! Die 33% bringen Fussgänger zum Schnaufen und Reifen oder Kupplungen frontgetriebener Autos zum Qualmen. Ansonsten hat uns Dunedin nicht extrem fasziniert, das graue Wetter wird auch dazu beigetragen haben.

dsc0086440 Millionen Schafe –  Ja die Schafe sind insbesondere im Hügelland der Südinsel allgegenwärtig. Erst in der Auswertung der Fotos war zu erkennen, was ich beim Schuss aus dem fahrenden Mobil nicht sah: Neben den Schafen sind auch noch gleichfarbige Büsche auf der Weide, ok…

dsc00958Lake Wakatipu mit der TSS Earnslaw – In Queenstown erlebt man Tourismus vom Allerfeinsten. Aber der passt durchaus hierher und stört die Idylle am See nur unwesentlich. Queenstown ist der einzige grössere Ort am See und so ist das Ziel des Dampfschiffs denn auch „nur“ eine Schafsfarm am anderen Ufer. In Europa undenkbar.

dsc01002Lindis Pass – Das Innere der Südinsel ist eine trockene Region mit sanften Bergen und weiten Tälern. Trotzdem ist die Strasse als „Alpine Road“ bezeichnet. Tatsächlich kam der 130 PS -Ducatodiesel auch mal ins Schnaufen. Ich denke wir bewegten uns nur knapp unterhalb von Dreieinhalb Tonnen.

dsc01059Church of the good Shepherd – definitiv ein vielfotografiertes Motiv. Die karge, weitgehend unbewohnte Landschaft der zentralen Südinsel ist ein echter Kontrast zu den türkisblauen Seen in dieser Region.

dsc01161Pancake Rocks: Die Pfannkuchenfelsen an der Westküste der Südinsel sind ein Touristenmagnet und doch frei zugänglich. Ein Rundweg erschliesst diese eindrucksvollen Formationen. Die Dünung der Tasmansee gibt den Rhythmus und es macht wirklich Spass, den heranrollenden krachenden Wellen in den Buchten und Gräben zuzusehen.

dsc01212Freistehen auf dem Lookout: Eigentlich ist es nur ein Parkplatz im Nirgendwo. Einige Picknicktische und -Bänke, ein Plumpsklo, ein Aussichtspunkt in der Nähe mit einer wunderbaren Sicht auf das umliegende Hügelland. So lässt es sich prima gratis übernachten!

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Die Cable Bay liegt idyllisch zwischen dem hübchen Städchen Nelson und den berühmten Marlborough Sounds. Das Wasser hat badetaugliche Temperaturen, keine gefährliche Strömung und bei Ebbe kam auch der Sandstrand zum Vorschein. Der gepflegte, kleine Campingplatz ist keine fünf Minuten weg – super!

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Cook Strait bei Sonnenuntergang: Die Meerenge zwischen Süd- und Nordinsel ist berüchtigt. Selbst bei Stellung „Moderate“ auf der Anzeige der zu erwartenden Wellenhöhe schaukelt die Interislander-Fähre ordentlich und der Wind pfeift einem an Deck um die Ohren. Das Foto bei Sonnenuntergang mag einen Eindruck geben, zeigt das Erlebte aber nur in Ansätzen.

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Paekakariki Beach – hier gibt es wohl Millionen leerer Muschelschalen und schwimmende (Bims-) Steine, die sich ganz eigentümlich an einer Flussmündung anhäufen. Muschel im Sonnenuntergang. Ich finde, das Bild hat was…

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Östlich der Ruahine Range: Eindrucksvoll – zumindest während unserer Anwesenheit – waren die klimatischen Gegensätze zwischen West und Ost. Auf dem Weg nach Napier an der Südostküste hatte man fast den Eindruck einer Wüste. Das Grasland war komplett verdorrt, es war heiss und nichts erinnerte an den saftig grünen Westen einige Stunden früher am gleichen Tag. Sehr spannend…

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Noch spannender war das Waikite Valley. Hier kommt das Quellwasser des kleinen Baches kochend aus der Erde. Etwas unterhalb der Quelle zapft man den Bach an, kühlt das Wasser auf einer grossen Fläche ab und leitet es mit ca. 40°C in einige Becken. Fertig ist das Thermalbad. Und es hat wirklich gut getan!

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Champagne Pool in Wai-O-Tapu: Ja der ist nicht nur wegen seines Farbenspiels sehr interressant. 65 Meter Durchmesser aber 250 Meter tief und stets leicht prickelnd. Eben Champagner…aber geruchtstechnisch wegen der Schwefedämpfe gar nicht von der feinen Art.

dsc01856Whangamata Beach – der Beweis, dass Strandvergnügen definitiv auch in Neuseeland dazu gehört. Ein geschützter kilometerlanger Sandstrand mit flach abfallendem Ufer. Hier genossen wir den Pazifik ausgiebig schwimmenderweise.

dsc01892Coromandel – die Halbinsel zwischen Hauraki Golf und der Bay of Plenty ist ein überaus hübsches Fleckchen Erde. Der verschlafene Ort Coromandel verströmt eine gewisse Aussteigerromantik und ist nur über äusserst kurvenreiche Strassen erreichbar.

DSC01927.JPGWaitangi Treaty Grounds – sozusagen das Rütli oder Brandenburger Tor Neuseelands ist dieser Park mit einem historischen Maori-Bootshaus, einem Versammlungshaus der Maori und dem „Treaty House“ in dem die Verträge zur Staatsgründung 1840 unterzeichnet wurden. Also wahrhaft geschichtsträchtiger Boden. Und wir waren auch noch am 6. Februar, dem Nationalfeiertag namens Waitangi Day dort und bekamen etwas von den Feierlichkeiten mit.

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Dünen bei Omapere: In der grünen Landschaft der Westküste von Neuseelands Nordinsel ist der riesige Sandhaufen am anderen Ufer der Bucht ein echter Fremdkörper – und für den Tourfotografen ein lohnendes Motiv.

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Tölpelfamilie mit pubertärem Halbwüchsigem. Das Geflügel am Muriway Beach nur wenig nördlich von Auckland hatten wir gar nicht auf der Rechnung. Wir suchten (und fanden) den letzten Campingplatz unserer Reise sinnvollerweise in kurzer Distanz zum Vermieter. Bei einem Strandspaziergang bemerkten wir den Flugverkehr über den benachbarten Felsen und Wegweiser zur „Gannet Colony“. Tausende Tölpel mit ihren Jungen brütend, schreiend und zankend auf den Felsen waren eine beeindruckende Vorstellung von Mutter Natur.

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Abschied nach 4000 km: Genau waren es 3996 – alle voller Erlebnisse, Erfahrungen und wieder Mal sooo schnell vorbei. Aus dem rollenden Daheim ausziehen ist immer schwer, weil es den Anfang vom Ende der Ferien bedeutet. Links fahren war inzwischen normal, an die Abmessungen hat man sich gewöhnt. Sind wir je auf der rechten Seite und lieber mit einem Kleinwagen fahren??? Nun Schluss mit Gejammer, es folgen ja noch einige Tage in einer wirklich genialen Stadt: Auckland

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Auckland – Devonport Ferry, definitiv eine gute Wahl, wenn es um ein Gesamtbild der Skyline geht, garniert mit einigen beeindruckenden Pötten davor. Die Fähre kostet nicht viel, Devonport ist eine wirklich hübsche Vorstadt mit gleich zwei Vulkankegeln und man war mal einige Minuten auf einer Art Hafenrundfahrt. Wirklich zu empfehlen.

Wir haben die zwei Tage in Auckland genossen, bevor es wieder um die halbe Erde zurück in den europäischen Spätwinter ging.

Kleines Fazit zum Schluss: Vier Wochen sind verdammt wenig Zeit um Neuseeland zu bereisen. Wir haben bei weitem nicht alle Sehenswürdigkeiten gesehen. Das Land ist so schön und vielfältig, dass auch die grossen Tagesetappen immer viel Abwechslung beim Autofahren bieten.

Die Bilder in gross gibt’s in der Galerie Neuseeland 2017