Stromer

Im Februar 2014 begann bei mir das elektrische Zeitalter beim Radfahren. Ein Stromer Elite 48 sorgt seitdem dafür, dass ich meinen Arbeitsweg nicht nur immer mit dem Auto bewältige.  Da ich schon immer gerne mit dem Rad, bzw. Mountainbike unterwegs war, lag es auf der Hand, so ein E-Bike anzuschaffen. Es wurde dann ein 2012er Vorführmodell zum Winterpreis von immer noch stolzen 4200 Fränkli.

Die knapp 24 Kilometer mit durchaus erwähnenswerten Steigungen lassen sich mit dem Stromer in unter 40 Minuten abstrampeln. Man ist an der frischen Luft und fährt regelmässig. Da stellt sich dann auch eine durchaus bergtaugliche Grundkondition ein. Gerade diese war vorher mit meinen unregelmässigen Arbeitszeiten nur immer zäh erreichbar.

Dass das Auto entlastet wurde, war nicht nur Nebeneffekt, sondern auch ein erklärtes Ziel bei der Anschaffung. Den Kaufpreis des Rades durch weniger Autokilometer zu amortisieren ist allerdings ein harter Brocken: Das Auto braucht ohne Fixkosten so um die 30 Rappen pro Kilometer. Also 14000 km, bis der Kaufpreis ausgeglichen ist. Ersatz- und Verschleissteile sind da nicht eingerechnet, der Stromverbrauch ist allerdings vernachlässigbar.

Die Rechnung mit den Ersatzteilen war lange Zeit recht erträglich. Im November 2016 änderte sich das allerdings deutlich: Es kam kein Schub mehr aus dem Hinterrad. Also Austauschmotor, plus Zahnkränze, Kette, Bremsen und einige weitere Kleinteile. Macht 1500 Franken… Wohlgemerkt für eine Fahrradreparatur! Günstiger Unterhalt ist anders: Bisher 5 x Bremsbeläge komplett, 4 Ketten, 2 Bremsscheiben, 2 Reifen, 2 Schläuche, 1 Motor. Jaaa, das läppert sich.

Der Stromer hat im Oktober 2017 die 20000 km bereits überschritten, davon fast 18000 Arbeitsweg in fast 400 Fahrten. Klingt gut, aber es ist auch ein Strampeln mit immer stattfindender Alterung der Komponenten, das definitiv nur schwer zu gewinnen ist. Aber man soll es nicht nur aus der Ökonomieseite betrachten. Meistens macht die Fahrt nämlich echt Spass, von vereinzelten Hagelschauern und Gewitternächten mal abgesehen.

Und die andere Öko-, die -logie gaukelt einem noch sowas wie ein gutes Gewissen vor. Ca. 1100 l Benzin habe ich seit 2014 NICHT verbrannt zum Pendeln. Dafür ca. 350 Kilowattstunden Strom aus dem Netz gezogen. Mit dem Schweizer Strommix sollte das auch klimaerwärmungstechnisch in Ordnung sein.

Fazit: Gesundheit und Fitness fördern, das funktioniert. Geld sparen lässt sich nur bedingt. Spass bringt es. Und die Umwelt dürfte sicher lokal aber auch global gesehen durchaus weniger leiden.

 

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